Gabriela Drees-Holz

Gabriela Drees-Holz

dreho@gmx.de

Stell dich mal kurz vor.

Drücke mich als Textil-, Objekt-,Installationkünstlerin und Keramikerin in vielfältiger Weise aus.

Bin bald 66 Jahre alt. Es gab mal jemanden, der sang „mit 66 Jahren, da fängt das Leben an, da hat man Spass daran“… Ich kann Gott sei Dank sagen, mein Leben v.a. mein Künstlerinnenleben machte mir schon viel früher Spass, lebe es intensiv und professionell aber erst seit 2015 – also mit 60- mit meiner Pensionierung. Seitdem geniesse ich diesen meinen Berufungsberuf mit Haut und Haar….

Wohne im und bewirtschafte das Kunsthaus Dreho im wunderschönen Liedberg. Dieses denkmalgeschützte Anwesen gibt mir die Freiheit, auch groß arbeiten zu können, mehrere Ateliers zur Verfügung zu haben und meine Werke auch im eigenen herrlichen Ambiente präsentieren zu können. Immer wieder organisiere ich auch für Gastkünstler kleinere Ausstellungen, Konzerte und Lesungen.

Meine 2 erwachsenen Kinder haben leider bis jetzt noch nicht viel mit Kunst „am Hut“. Sie stehen anderweitig fest im Leben.

Hast du ein Haustier?
Die liebste und hübscheste Katze der Welt….

Wann hast du gemerkt, dass künstlerisch begabt bist?
Kunst hat mich von Kindesbeinen gefesselt, sowohl das Malen als auch das Handarbeiten. Studiert habe ich zuerst etwas „Handfestes“, Germanistik, Geographie und Romanistik, habe dann 37 Jahre im Schuldienst gearbeitet. Aber erst mit 45 habe ich mich wirklich in mein Kunstschaffen hineingekniet. Mit 53 habe ich „Nägel mit Köpfen“ gemacht und von 2008 bis 2012 Kunst berufsbegleitend an der Alanus Hochschule (Werkhaus) Kunst studiert.

Erzähle uns was über deine Kunst.

Zentral ist für mich die Dreidimensionalität. Als Objektkünstlerin habe ich mir ein riesiges Reservoir an Material zur Verarbeitung angelegt. Das reicht von handarbeitlichen Dingen wie Knöpfen, Reissverschlüssen, Sicherheitsnadeln, Stoffe, Wolle über Aluminium-Kaffee-Kapseln, Tape, Plastik- , Holz- und Metallabfällen bis zu Muscheln, Federn etc.

Meine 2. Leidenschaft ist das Musizieren (zum Musikstudium hat es aber doch leider -oder Gott sei Dank- nicht gereicht) mit meiner Querflöte/Piccolo/Djambeetrommel und meiner Stimme in verschiedenen Musikensambles. 2012 verband ich beide Leidenschaften zur Sequenz: „Dirigat der Sinne“. Ich integrierte Musikinstrumente, aber auch Notenständer in Kunstobjekte. Das ging nur, weil ich von OrchesterkollegInnen die verschiedensten ausrangierten Musikinstrumente geschenkt bekam.

Nicht nur in den Techniken, den Materialien, sondern auch thematisch bin ich breit gefächert. So habe ich einfach mal relativ sinnfrei „KissenKunst“ geschaffen, oder aber mich mit Aluminium-Kapsel- und Tapekunst in Umweltfragen positioniert, oder aber mit „Zeit und Raum“ zu rein philosophischen Fragestellungen gearbeitet. Aber auch humoristisch habe ich in meiner „Kunst im Kasten“ Sprichwörter wörtlich genommen, z.B. übertrage ich „Zeit sparen“ in die Form eines mit Uhren gefüllten Sparschweines.

Wie bist du zu den blauen Rheydtern gekommen?
Die Weisheit: „schliesst sich eine Tür, öffnet sich eine andere“ hat mich zu der neuen offenen Tür einer sich gerade neu formierenden Rheydter Künstlergruppe geführt. Ich war also bei der Gründung dabei und habe mit zu der Namensgebung Blaue Rheydter beigetragen.

Hast du ein künstlerisches Vorbild oder eine Lieblingsepoche?
Mich begeistern Künstlerinnen wie Niki de Saint Falle oder Louise Bourgeois, verschiedene Textilkünstler aber auch Architekten

Was war dein beeindruckendstes Museums Erlebnis?
Im Museumspalast Borgia in Rom hat die Ausstellung des brasilianischen Bruders und TextilkünstlersFila mein Textilschaffen der nächsten Jahre sehr beeinflusst.

Was ist deine Motivation hinter der Kunst?
Es macht mich einfach glücklich, etwas Künstlerisches mit meinen Händen zu schaffen, zu beobachten wie es wächst und gedeiht. Ich erlebe es als ein großes Geschenk, diese Gabe zu haben und leben zu können.

Gab es Hürden auf deinem künstlerischen Weg?
Naja, mein Lehrer-Brotberuf schränkte meine Kreativität zumindestens zeitlich -und nervlich…- durchaus ein.

Welche Aspekte deiner Technik fallen dir schwerer als andere?
Ich suche mir immer die zum Thema und meiner Gemütslage passenden Techniken und Materialien aus, insofern begebe ich mich gar nicht erst in die Lage, etwas machen zu müssen, was mir nicht so liegt oder zu dem ich gerade weniger Lust habe.

Woher weißt du, dass dein Bild fertig ist?
Das sagt mir das Werk selbst. Ich muss es nach vermeintlicher Fertigstellung eine Weile um mich haben, bis es mir signalisiert, dass es fertig ist… oder eben noch nicht.

Wie findest du einen Titel?

Die Titel variieren je nach dem Kontext, in den ich das Werk stelle. Aber auch Betrachter geben mir manchmal Hilfe beim Betiteln.

Gibt es einen Menschen der dir besonders geholfen hat auf deinem Weg?
Den Anstoss gab eine Freundin, die mich zu einem Mandalasmalkurs „schickte“, das war wie das Öffnen einer unter Druck stehenden Zahnpastatube.

Was inspiriert dich? Wer oder was ist deine Muse?
Meine täglichen Spaziergänge im Wald, mein Musizieren, gute Gespräche, ein Saunabesuch etc.

Freunde, die mein Kunstschaffen begleiten, manchmal Objekte infrage stellen, oder Beifall klatschen

Werke