DIES & DAS / ARCHIV

2000 bis 2022

Was alles noch rund um die Künstlergruppe Der Blaue Rheydter  im Laufe der Jahre geschah.

Über Ihr Interesse freuen wir uns.

Skulpturen gegen Krieg und Gewalt

M önchengladbach Waltraud Knops Arbeiten werden beeinflusst von Nachrichten und Pressebildern. Auch mit dem Russland-Ukraine-Krieg setzt sie sich auseinander.
Auf Waltraud Knops eindrucksvollstem Gemälde hält eine Mutter in einem blauen Gewand ihren nackten, toten Sohn in ihren Armen. Es erinnert an ein Motiv aus der Bildhauerkunst: Maria mit dem Leichnam des vom Kreuz abgenommenen Jesu Christi in ihrem Schoß.
Auch Michelangelo widmete sich diesem Motiv, seine „Piéta“ ist eine der bedeutendsten Skulpturen der Rennaissance. In ihrer „modernen Piéta“ hat die Künstlerin Pressefotos vom Krieg in Afghanistan verarbeitet. Weitere Acrylgemälde und Skulpturen gehören zu dieser Serie, sie zeigen eine Familie auf der Flucht, eine Frau auf einem Friedhof, zertrümmerte Gebäude.

Waltraud Knops

Knops beschäftigt sich in ihren Werken immer mit dem, was sie quält und emotional beschäftigt. Mit dem, was in der Welt passiert – schaut man sich Nachrichten, Pressebilder und Talkshow-Gespräche an, geht es hauptsächlich um Krieg, Verzweiflung und Tod. Ihre Betroffenheit verarbeitet sie am besten, indem sie malt oder Skulpturen anfertigt: „Wenn ich kreativ bin, kann ich nicht lügen. Ich entdecke mich und sehe, wie ich bin“, sagt sie.
Auch mit dem aktuellen Russland-Ukraine-Krieg setzt sie sich künstlerisch auseinander. Sie arbeitet zur Zeit an einer Serie aus vier Skulpturen, in denen sie die Nachrichtenbilder aus der Ukraine verarbeitet. Eine der Skulpturen hat sie schon vor etwa einem halben Jahr angefertigt, lange bevor die russische Armee am 24. Februar in die Ukraine einmarschierte. Knops entschied sich, die Plastik Teil ihrer Serie werden zu lassen, weil sie thematisch gut passte. Denn in all den Jahren, in denen sie sich mit dem Thema Krieg auseinandersetzt, ist ihr eines aufgefallen: „Es sind immer die gleichen Bilder, sie werden nur in unterschiedlichen Ländern aufgenommen“. Viele ihrer Werke, darunter auch die Serie zum Afghanistankrieg, sind daher immer noch hochaktuell.
Die Menschen, die sie malt, sind meistens nackt und immer gesichtslos. „Ich reduziere die Person auf ihre Existenz. Diese zeige ich im Verhältnis ihrer Umgebung“, sagt Knops. Dabei versucht sie, Vergangenes und Gegenwärtiges miteinander zu verbinden. Sie holt Kriege und Katastrophen durch ihre Kunst wieder ins Hier und Jetzt. Kriegsfotografien, die in den schnelllebigen Medien täglich ausgewechselt werden, wirken auf eine Leinwand gemalt intensiver, zeitloser und beständiger. Und sie legt sich nicht fest: Das, was weit weg passiert, trifft sie genau so sehr wie Ereignisse im eigenen Land: „Die Berliner Mauer mit ihren Schicksalen vor und dahinter beschäftigen mich ebenso wie Massengräber im ehemaligen Jugoslawien oder auf Haiti“, sagt sie. Knops hat erst spät, im Alter von 50 Jahren, zur Kunst gefunden – 1997, als ihre Söhne erwachsen waren. Ausschlaggebend dafür war damals ein teures Gemälde, das sie sich nicht leisten konnte. Sie traute sich aber zu, es nachmalen zu können. Wie viele andere Künstler auch startete sie mit Aquarellen. Das Malen mit den intensiven Farben beherrschte sie schnell, irgendwann „stellte sich ein Stillstand ein“.
Sie nahm sich das nächste Projekt vor. Mit Acrylfarben bemalte sie große Leinwände, arbeitete mit reinen Pigmenten, Erden und Steinmehl, um so verschiedene Farbnuancen herzustellen. Sie besuchte eine Kunstschule in Mönchengladbach, aber nur kurz. Ihr fehlte die Kritik, die sie brauchte, um sich weiterzuentwickeln.
Die bekam sie während ihrer Studienaufenthalte in der Akademie für Bildende Kunst Vulkaneifel und in der Akademie Bad Reichenhall. „Dort wurde ich auch neugierig auf Holz- und Steinarbeiten“, sagt die Künstlerin. Und so begann das nächste Projekt. In der Arbeit mit Ton, Sandstein oder Speckstein hat sie so etwas wie ihr Zuhause gefunden. Sich die nötige Expertise dafür anzueignen, habe lange gebraucht. Und auch jetzt sei die Arbeit mit diesen Materialien immer noch herausfordernd. Aber genau darum geht es ihr. Info Knops ist Gründungsmitglied der Künstlergruppe „Der Blaue Rheydter“. Ihre neuen Arbeiten sind in der von der Gruppe organisierten Frühjahrsausstellung im Geneikener Bahnhof zu sehen.
Sie findet vom 9.  bis 10. April unter dem Titel „Neuanfang“ statt.

Text: Danina Esau; Foto: Ja/Knappe, Joerg (jkn)

„Wenn ich kreativ bin, kann ich nicht lügen. Ich entdecke mich und sehe, wie ich bin.“

EHRENMITGLIED HOTTE JUNGBLUTH WIRD 80!

Als Ehrenmitglied Der Blauen Rheydter ist Hotte Jungbluth seit vielen Jahren fester Bestandteil unserer Gruppe. Nach vielen aktiven Jahren bleibt er als unser Ehrenmitglied weiter aktiv und beteiligt sich an Ausstellungen und Planungen. Doch in Mönchengladbach hat er sich schon viele Jahre vorher einen Namen gemacht. Künstlerisch breit aufgestellt ist er ein Urgestein der Gladbacher Kulturszene. Seine Facetten zeigt er als Kabarettist, Comic-Zeichner, Liedermacher, Geschichten-Erzähler, Sänger und vieles mehr. Doch eine Facette erkennt jeder, der ihm begegnet: Hotte ist eine Frohnatur.

Hotte-jungbluth

Nun wird diese Frohnatur 80 Jahre alt, doch die Neugierde bleibt bestehen. Das Alter ist kein Grund nichts Neues mehr auszuprobieren. Leider fällt dieser runde Geburtstag in die "Corona" Zeit. Eine ausgelassene Feier ist leider nicht möglich. Dennoch möchten wir Dir Hotte alles Liebe zum Geburtstag wünschen. Wir hoffen, du bleibst uns mit deiner aufgeschlossenen und fröhlichen Art noch lange erhalten und bereicherst dadurch auch weiter  Die Blauen Rheydter

Bild: Hotte Jungbluth und Clownin Antoschka

„Ich bin ein glücklicher Mensch, immer neugierig, einer, der immer Neues ausprobiert“

KUNST- PROJEKT "Hoffnung auf Frieden und Freiheit"

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es im Volksmund. In Zeiten der Corona-Beschränkungen, die immer gravierender werden, ist Hoffnung auf Frieden und Freiheit Aller ein aktuelles Thema.
Frieden kann ich nur erreichen, wenn ich Frieden in mir selbst gefunden habe, also mit mir „im Reinen“ bin. Und dazu gehört auch Dankbarkeit, Dankbarkeit für alles was ist, für mein Leben, für meine Begabungen und Talente, für das Gänseblümchen auf der Wiese und für ein Glas Wein.

Wolfgang Ruske-Projekt-Frieden

Dass Dankbarkeit, die in unserer Gesellschaft mittlerweile ein Schattendasein führt, so wichtig ist für den Umgang miteinander, ja sogar für unsere persönliche Gesundheit, zeigt der Beitrag von Dr. Joseph Mercola auf den Seiten 24-33.

Dankbarkeit aus amerikanischer Sicht beleuchtet Tom Luongo: Er ist ein unabhängiger politischer und wirtschaftlicher Analyst aus Florida, Seiten 40-43. Ja, und die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger wird mit fadenscheinigen Begründungen immer mehr eingeengt.
Wie kann ich wieder Freiheit erlangen? Um es vorweg zu sagen: Mir kann man nicht die Freiheit rauben. Freiheit ist für mich ein innerer Zustand.
Wolfgang Ruske

Das Projekt "Hoffnung auf Frieden und Freiheit" kann das zurzeit nur als virtuelles Buch im Internet angesehen werden kann:

Hier können Sie das Buch lesen

„Und dazu gehört auch Dankbarkeit, Dankbarkeit für alles was ist.“

KUNST-PROJEKT "LIEBE IN ZEITEN DER CORONA"

V or einiger Zeit haben wir das Kunstprojekt "Liebe in Zeiten der Corona" von unserem Gründungsmitglied Wolfgang Ruske vorgestellt. Wolfgang ist ein vielseitiger Künstler und beschäftigt sich mit aktuellen Themen. Im Rahmen dieses Projektes hat er Menschen aufgefordert, ihre Interpretation zu dem Thema Liebe kreativ auszudrücken.

Wir alle leiden ja unter den ständigen Lockdowns, die immer wieder verschärft werden. Enkelkinder dürfen ihre Großeltern nicht sehen, man soll sich nicht berühren, umarmen, die Masken verstecken die Physiognomie, alte Menschen sterben vor Einsamkeit. Ich habe mich gefragt, was bleibt da noch, was verbindet die Menschen noch. Und das ist die Liebe.

Ich bin mehr als zufrieden. Es waren rund 150 Einsendungen mit Bildern und Texten, und alle waren auf ihre Weise überaus kreativ.

Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer hat sich begeistert über das Projekt geäußert.

Wolfgang Ruske-Projekt-Liebe-ist

Mich hat besonders gefreut, dass einerseits in der Region bekannte Kolleginnen und Kollegen eigens Werke für das Projekt geschaffen haben, andererseits viele Kinder und Jugendliche beteiligt waren. Das Altersspektrum der Mitwirkenden reichte von 5 bis 82 Jahren. Die Direktorin einer Förderschule schrieb mir, die Kinder und Jugendlichen seien begeistert, im Rahmen des Online-Unterrichts dieses Thema „Liebe" konkret in Bilder umsetzen zu können. Und eine Klasse eines Berufskollegs hat zusammen mit ihrer Dozentin ein Bild gemeinsam gestaltet. So hat das Projekt auch in vielerlei Hinsicht verbindend gewirkt. Und nebenbei gesagt – ich habe großartige Menschen persönlich kennen gelernt, die ich aus meinem Leben nicht mehr missen möchte.

Ich würde gern das „virtuelle Buch" drucken lassen, aber bei einer Mindestauflage von 200 Exemplaren entstehen Kosten von rund zweitausend Euro. Zwei beteiligte Künstlerinnen haben sich bereits ohne dies zu wissen, bereit erklärt, einen Teil der Druckkosten zu übernehmen. Die Lösung dafür wäre, wenn die Mitwirkenden ein Exemplar zum Selbstkostenpreis übernehmen würden. Darüber hinaus ist auch eine Ausstellung der Werke angedacht, sobald dies Corona-bedingt möglich wird. Zur Vernissage haben sich bereits ein Künstler-Musiker-Paar aus Goch und eine Tanz-Performance-Gruppe aus dem Wegberger Raum angeboten.

Direkt nach der Veröffentlichung kamen die ersten Rückmeldungen, eine davon: „herzlichen Dank. Es ist ein großartiges Werk mit so vielseitigen und schönen Bildern und Texten. Es berührt die Seele und das Herz!" Mein Eindruck war, dass das Projekt in einer Zeit, wo den Menschen nicht nur das Miteinander, sondern auch die Kultur abgeschnitten wird, in dieser Richtung mehr getan werden muss. Und das will ich auch. Mein neues Projekt, das jetzt Formen angenommen hat, heißt „Hoffnung in Zeiten der Corona". Das Thema ist Hoffnung auf Frieden und Freiheit. Ich denke dabei nicht nur an den volkstümlichen Spruch „Die Hoffnung stirbt zuletzt", sondern auch an das Werk von Ernst Bloch – Das Prinzip Hoffnung.

Hier können Sie das Buch lesen

„Es berührt die Seele und das Herz!“

MG_ARTFRIENDS PODCAST

A m 26. März 2021 haben Wolfgang Ruske und ich einen Podcast mit Julia Kasten von den MG_ARTFRIENDS aufgezeichnet. Die MG_ARTFRIENDS richten sich an junge Erwachsene zwischen 18 und 35 Jahren um ihnen Kunst und Kultur im Museumsverein des Museums Abteiberg näher zu bringen. Wir führten ein sehr interessantes Gespräch über unsere Künstlergruppe Die Blauen Rheydter. Unsere Ziele und Aktivitäten und einige Beispiele aus unserer Historie wurden geschildert. Klicken sie einfach oben rechts auf den Abspielbutton und hören sie sich den Podcast an - viel Spaß beim Zuhören..

Kunst ist schön, macht aber viel Arbeit"

  Kontakt      Impressum     Datenschutz         Download  2022 - Der Blaue Rheydter - Design by J. Weidemann-Tigges