Kunst-Projekt „Liebe in Zeiten der Corona“

Foto by Peter Herrmann, Kunstwerk: Barbara Herrmann

Vor einiger Zeit haben wir das Kunstprojekt „Liebe in Zeiten der Corona“ von unserem Gründungsmitglied Wolfgang Ruske vorgestellt. Wolfgang ist ein vielseitiger Künstler und beschäftigt sich mit aktuellen Themen. Im Rahmen dieses Projektes hat er Menschen aufgefordert, ihre Interpretation zu dem Thema Liebe kreativ auszudrücken.

Nun ist das Projekt abgeschlossen und ihr könnt das wunderschöne Ergebnis hier sehen

Wir haben Wolfgang ein paar Fragen dazu gestellt.

Was hat dich auf die Idee gebracht, dieses Projekt zu starten?

Wir alle leiden ja unter den ständigen Lockdowns, die immer wieder verschärft werden. Enkelkinder dürfen ihre Großeltern nicht sehen, man soll sich nicht berühren, umarmen, die Masken verstecken die Physiognomie, alte Menschen sterben vor Einsamkeit. Ich habe mich gefragt, was bleibt da noch, was verbindet die Menschen noch. Und das ist die Liebe.

Was hast du erwartet?

Auf keinen Fall diese große Resonanz. Jede Teilnehmerin, jeder Teilnehmer hat sich begeistert über das Projekt geäußert.

Wie bist du mit dem Ergebnis zufrieden?

Ich bin mehr als zufrieden. Es waren rund 150 Einsendungen mit Bildern und Texten, und alle waren auf ihre Weise überaus kreativ.

Was hat dich besonders gefreut?

Mich hat besonders gefreut, dass einerseits in der Region bekannte Kolleginnen und Kollegen eigens Werke für das Projekt geschaffen haben, andererseits viele Kinder und Jugendliche beteiligt waren. Das Altersspektrum der Mitwirkenden reichte von 5 bis 82 Jahren. Die Direktorin einer Förderschule schrieb mir, die Kinder und Jugendlichen seien begeistert, im Rahmen des Online-Unterrichts dieses Thema „Liebe“ konkret in Bilder umsetzen zu können. Und eine Klasse eines Berufskollegs hat zusammen mit ihrer Dozentin ein Bild gemeinsam gestaltet. So hat das Projekt auch in vielerlei Hinsicht verbindend gewirkt. Und nebenbei gesagt – ich habe großartige Menschen persönlich kennen gelernt, die ich aus meinem Leben nicht mehr missen möchte.

Was geschieht jetzt weiter mit den Werken?

Ich würde gern das „virtuelle Buch“ drucken lassen, aber bei einer Mindestauflage von 200 Exemplaren entstehen Kosten von rund zweitausend Euro. Zwei beteiligte Künstlerinnen haben sich bereits ohne dies zu wissen, bereit erklärt, einen Teil der Druckkosten zu übernehmen. Die Lösung dafür wäre, wenn die Mitwirkenden ein Exemplar zum Selbstkostenpreis übernehmen würden. Darüber hinaus ist auch eine Ausstellung der Werke angedacht, sobald dies Corona-bedingt möglich wird. Zur Vernissage haben sich bereits ein Künstler-Musiker-Paar aus Goch und eine Tanz-Performance-Gruppe aus dem Wegberger Raum angeboten.

Hast du in Zukunft ähnliche Projekte vor?

Direkt nach der Veröffentlichung kamen die ersten Rückmeldungen, eine davon: „herzlichen Dank. Es ist ein großartiges Werk mit so vielseitigen und schönen Bildern und Texten. Es berührt die Seele und das Herz!“ Mein Eindruck war, dass das Projekt in einer Zeit, wo den Menschen nicht nur das Miteinander, sondern auch die Kultur abgeschnitten wird, in dieser Richtung mehr getan werden muss. Und das will ich auch. Mein neues Projekt, das jetzt Formen angenommen hat, heißt „Hoffnung in Zeiten der Corona“. Das Thema ist Hoffnung auf Frieden und Freiheit. Ich denke dabei nicht nur an den volkstümlichen Spruch „Die Hoffnung stirbt zuletzt“, sondern auch an das Werk von Ernst Bloch – Das Prinzip Hoffnung.

Danke, Wolfgang, wir freuen uns schon auf die nächsten Projekte.

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