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Foto: Markus Rick
Gemeinsam: Kunst und
Literatur
4. Rheydter Kunstfrühling im Zeichen von Lebenssituationen
Mehr noch als in den
Vorjahren war die Literatur in der Ausstellung der Blauen Rheydter
präsent. Das erfuhr der Besucher schon vor dem Kunstbahnhof
Geneicken in Rheydt, wo er durch ein überdimensionales 3-D-Bild in
die Gefilde einer geheimnisvollen Bibliothek eintauchen konnte. Zum
„richtigen Leben“ führten präparierte Kleidungsstücke mit
entsprechenden Hinweisen wie beispielsweise „Jammerlappen“ in das
Motto des Kunstfrühlings „So ist das (L)eben“. Dieses Motto, das
anfangs den Künstlern selbst als ein wenig banal erschien, entpuppte
sich nicht nur stimmig, was den Zeitgeist anbetraf, sondern manches
Mal geradezu brisant, wenn es um die Themen Obdachlosigkeit, um
Flucht und Aufnahme, um Geburt und Tod, um persönliche Schicksale,
um die Freiheit, um die 10 Gebote auf unsere Zeit bezogen, oder
darum handelt, dass heutzutage die Masken fallen – persönlich wie
auch in der Weltpolitik.
Erstmalig befassten sich die eingeladenen
Literaten ganz konkret mit den Werken der Künstler, indem sie
Gedichte oder Geschichten zu ihnen verfassten. So konnte der
Besucher eine Sicht des Kunstwerks erfahren, die ihn womöglich zu
eigenen Interpretationen veranlasste. Also nicht nur „das ist schön
gemalt“. So entstand durch die Kunst, die Einführung in das Thema,
die Lesungen und musikalischen, kabarettistischen sowie
schauspielerischen Beiträge während der Vernissage am 29. März und
am folgenden Sonntag ein buntes Kaleidoskop Rheydter Kultur unter
der Schirmherrschaft der Mönchengladbacher Kulturdezernentin
Christiane Schüßler, die auch die Veranstaltung der Blauen Rheydter
offiziell und mit philosophischen Aphorismen zum Thema eröffnete. Da
die Künstlergruppe seit einem Jahr ein eingetragener Verein und vom
Finanzamt als gemeinnützig anerkannt ist, können Privatpersonen oder
Unternehmen Fördermitglied werden und damit die Kunstszene in Rheydt
und somit die Aktivitäten und die Nachwuchsförderung durch die
Blauen Rheydter finanziell unterstützen. (WR)
Beteiligte Künstler:
Gabriela
Drees-Holz, Wolfgang Hamacher, Waleed Ibrahim, Horst Jungbluth,
Beate Krempe, Waltraud Knops, Daniela Löh, Wolfgang Ruske, Inge
Wagner, Gregor Wosik und Marina Yakovenko-Svida.
Gastkünstler (Literaten und Musiker):
Marie-Luise Arnold, Thorsten Corban, Magdlen Gerhards, Josée
Hümpel-Langen, Angelika Pasch, Marlen Porep, Elke Seifert, Stachel,
Kathrin Wirth und der Chor „Die Tonartisten“.
Video von Christof Knops
Bericht Rheinische Post

Teilnehmende Künstler: Gabriela Drees-Holz,
Wolfgang Hamacher, Waleed Ibrahim, Hotte Jungbluth, Beate Krempe, Waltraud Knops, Daniela Löh, Daniel Michels, Wolfgang Ruske, Inge
Wagner, Gregor Wosik, Marina Yakovenko
Gastkünstler: Georges Burki (Schweiz), Fabian Kieven, Stachel,
Heiermann Hunters
Das Thema der 16. Rheydter Kunsttage hieß
"FREIHEIT". Dieses Thema wurde in verschiedenen Facetten aufgegriffen
und dargestellt. Ausgehend von einer Kunstausstellung der
Künstlervereinigung "Der Blaue Rheydter e.V." wurde die Veranstaltung
durch weitere Angebote ergänzt. So wurde ein Gemeinschaftskunstwerk im
Außenbereich des Bahnhofs unter Beteiligung der Besucher geschaffen, das
lebhafte Diskussionen auslöste. Zum Gemeinschaftskunstwerk trug auch
eine Jugendgruppe ukrainischer Flüchtlinge bei, die das Thema Freiheit
sehr individuell interpretierte.

Im Beiprogramm konnten die zahlreichen Besucher
musikalische Darbietungen von Künstlern unterschiedlicher Richtungen
genießen. Eröffnet wurde die Veranstaltung mit einem Grußwort der
Kulturdezernentin Christiane Schüßler. Am Abend der Vernissage traten
Künstler aus den Reihen der "Blauen Rheydter" auf mit Texten zum Thema
Freiheit. Der Lyriker "Stachel" trug in einem Videobeitrag selbst
vertonte Klassiker zum Thema vor. Ein großer Teil des Abendprogramms
wurde durch Georges Burki gestaltet. Der international agierende
Künstler aus der Schweiz ist in ganz Europa mit seinem Jazz-Trio
unterwegs. Für die Rheydter Kunsttage hatte er eine Weltpremiere
mitgebracht, zum ersten Mal ein für ihn ganz neues Genre präsentiert.
Mit einer von ihm selbst entwickelten KI hatte Burki immersive Videos
hergestellt und diese dann mit Livemusik auf der elektronischen Geige
begleitet. Dabei flossen auch Aufnahmen von Kunstwerken der
ausstellenden Künstler ein, so dass es eine direkte Verbindung von
realer zu virtueller Kunst gab. Die Eröffnungsveranstaltung war so
zahlreich besucht, dass nicht alle Besucher die Darbietungen im Saal
verfolgen konnten. An den drei Kunsttagen wurden insgesamt etwa 500
Besucher gezählt.

An den folgenden Tagen stand die Ausstellung der
Kunstwerke im Fokus, auch hier kam es zu vielfachen Diskussionen mit den
Besuchern. Für die musikalische Begleitung am Samstag sorgte Fabian
Kieven, der als "Tagmata" schon bei verschiedenen Kunstprojekten
aufgetreten ist. Seine elektronische Musik tauchte die Ausstellung in
eine neue Klangwelt. Das Musikalische Programm am Sonntag wurde von den
"Heiermann Hunters" gestaltet, einer Band, die handgemachten Rock mit
deutschen Texten präsentierte. Die gesamte Ausstellung blieb noch eine
Woche länger geöffnet und wurde Bestandteil des städtischen c/o Parcours
mit einer guten Besucherresonanz. Gefördert wurden die 16. Rheydter
Kunsttage vom Kulturbüro der Stadt Mönchengladbach.

Fotos: Wolfgang Hamacher
Vom gesamten Event wurde von Christof Knops
(intwomedia) ein professionelles Video gedreht
>
Video hier ansehen
„Der Blaue Rheydter“
ist jetzt ein eingetragener Verein Gemeinnützigkeit vom Finanzamt
bestätigt Internationale Aktivitäten
Die im Jahr 2009
gegründete freie spartenübergreifende Künstlergemeinschaft, die sich im
Mönchengladbacher Stadtteil Rheydt unter dem etwas selbstironischen
Namen mit Hinblick auf die international bekannte Künstlergruppe „Die
blauen Reiter“ zusammengeschlossen hatte, ist jetzt ein eingetragener
Verein und als gemeinnützig vom Finanzamt anerkannt.
Diese Maßnahme wurde aufgrund von
Streitigkeiten um den Namen „Der Blaue Rheydter“ notwendig, die
allerdings zu Gunsten der Künstlergruppe amtlich entschieden wurden.
Anfang der 1900er
Jahre, aber nur kurze Zeit bis zum Beginn des ersten Weltkriegs,
bestanden „Die blauen Reiter“ und hatten mit Wassily Kandinsky, Franz
Marc, August Macke, Gabriele Münter, Alexej Jawlensky, Paul Klee und
anderen Künstlern eine neue Ära der Kunst begründet: den Expressionismus
– wild, frei, gegen den Wind. „Freiheit“ lautet nun auch das Motto des
Mönchengladbacher Künstlervereins für die diesjährigen Rheydter
Kunsttage vom 6. bis 8. September 2024.
Durch die
Gemeinnützigkeit können jetzt Spenden entgegen genommen und mit einer
amtlichen Spendenquittung bestätigt werden. Darüber hinaus haben "Die
Blauen Rheydter" eine Fördermitgliedschaft ab 60 Euro Jahresbeitrag
eingerichtet, die mit einem Kunstwerk als jährlichem Dankeschön belohnt
werden wird.
Wollte die
Künstlergemeinschaft ursprünglich den Stadtteil Rheydt mehr in den Fokus
der Mönchengladbacher Kunstszene rücken, hat sich der Radius der
Aktivitäten – auch durch international tätige Mitglieder – mittlerweile
weltweit ausgeweitet. So kam ein Mitglied vor wenigen Tagen aus
Neuseeland zurück, wo es eine großformatige
Kunstinstallation in der Kathedrale von Auckland zur Umweltproblematik - Thema
Kunst als Umwelterhalt - präsentieren konnte. Andere Mitglieder der
Blauen Rheydter sind jedes Jahr gefragte Teilnehmer, nicht nur in
Europa, sondern auch in den Vereinigten Staaten oder in den arabischen
Emiraten bei Street-Art-Festivals. Seit der Verein beim Amtsgericht
eingetragen ist, sind drei ebenfalls professionelle Künstlerinnen und
Künstler aus Syrien, der Ukraine und Deutschland dem Verein beigetreten.
Zur Zeit sind 14 Mitglieder aktiv. Die jährlichen Veranstaltungen –
Rheydter Kunstfrühling und Rheydter Kunsttage im Herbst - werden
mittlerweile in Kooperation mit dem Kunstsignal e.V. im Bahnhof
Geneicken durchgeführt. „Die Blauen Rheydter“ sind
seit Jahren im Gespräch mit anderen Künstlervereinigungen und Städten
vor allem am Niederrhein und beabsichtigen, sich in naher Zukunft
weiteren Kooperationen und Events anzuschließen.
3. Rheydter
Kunstfrühling 27.-28. April 2024 Thema: Aus!?Wege
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Hier kann man sich das
Video von Christof Knops ansehen
„Der Rheydter
Kunstfrühling ist nicht nur eine Ausstellung, sondern ein
Ausdruck unseres gemeinsamen Engagements, die Kunst- und
Kulturszene in unserem Stadtteil zu fördern und zu bereichern“,
schrieb die Kulturdezernentin der Stadt Mönchengladbach
Christiane Schüßler, da sie als Schirmherrin den Kunstfrühling
nicht selbst eröffnen konnte. „Unter dem Motto ‚Kunst und
Literatur‘ präsentieren die Blauen Rheydter im diesjährigen
Kunstfrühling nicht nur die Werke ihrer Mitglieder, sondern
fördern auch das Schreiben als künstlerischen Ausdruck. Mit
besonderer Beteiligung junger Kreativer entstanden bereits im
Vorfeld erste Berührungspunkte mit den Kunstformen und tragen
nun im Rahmen des Veranstaltungsprogramms weitere Früchte. Es
ist mir ein Anliegen, die nächste Generation von Künstler*innen
und Literat*innen zu unterstützen und zu ermutigen, ihre Stimme
und ihre Kreativität zu entfalten. Ich freue mich daher über
diese besondere Entwicklung des Formates“, soweit Christiane
Schüßler.
Seit den drei Jahren des Rheydter
Kunstfrühlings wurde das Format immer mehr in Richtung ‚Kunst
trifft Literatur‘ verdichtet. Was Christiane Schüßler andeutete,
ist ein Workshop im Vorfeld, der von den Blauen Rheydtern für
Kinder und Jugendliche zum Thema Gedichte und Kurzgeschichten
schreiben, von ‚Stachel‘ (Künstlername) und Wolfgang Ruske
organisiert und begleitet wurde.
Das literarische Programm begann am
Samstag mit ‚Schubsengeln‘, einer Wortfindung des Dichters Peter
Jansen, der mit seinen feinsinnigen Gedichten und
Kurzgeschichten den Zuhörern einen ‚Schubs‘ verpassen wollte.
Wer von uns braucht nicht mal einen Schubs (und ich möchte nicht
weiter von mir – einen Tritt in den Hintern - sprechen).
Frenetischen Beifall erhielt Klaus Walter mit seinen Melodies.
Eine Uraufführung zum Thema "Vorwiegend heiter". Eine
lyrisch-musikalische Lesereise mit den schönsten Erinnerungen an
Heinz Erhardt, Hanns-Dieter Hüsch und Loriot. Klaus Walter ist
nicht nur Profi-Schauspieler und Musiker, er stellt es auch dar.
Die Mitglieder der ‚Melodies‘, ebenfalls Profi-Musiker, Doris
Feldhusen Klavier und Jörg Feldhusen Akkordeon, sind meines
Erachtens in der Show etwas zu kurz gekommen; sie hätten
zumindest zwischen den Texten mehr Raum verdient. Aber wie Klaus
Walter sagte, „wir sind noch am Üben“, das heißt, dass das
Programm weiter im Entstehen ist. So war die applaudierende
Forderung einer Zugabe für Klaus Walter eine Herausforderung,
die er dennoch meisterte. Übrigens hat ein Mitglied der Blauen
Rheydter – Sandra Giersch – dem Ensemble den Titel gegeben.
Nach der offiziellen Eröffnung des
Rheydter Kunstfrühlings durch Inge Wagner, die auch das Grußwort
der Schirmherrin vorlas, erfolgte ein Rundgang durch die
Ausstellung, wobei Inge Wagner mehr zu den Werken der Künstler
sagte. Danach gab es wieder ein Highlight mit einer Lesung von
‚Stachel‘, der mit seiner Stachellyrik die Zuschauer durch seine
schauspielerische Mimik in seinen Bann riss.
Der Sonntag gehörte dem literarischen
Nachwuchs. Während Inge Wagner den Besuchern aus der Hand las
(obwohl sie keine Zigeunerin sei und dies kostenfrei mache),
brachten vier junge Ukrainerinnen aus dem Workshop mit einer
bewunderswerten Nonchalance ihre
Texte zum Publikum und ernteten
viel Beifall. Alle waren zwischen 15 und 18 Jahre alt. Märtha
Rieke Spin (15 Jahre) war mit ihren Eltern aus Haltern
angereist, um ihren Vortrag über Kurt Tucholsky und sein
Friedensgedicht vorzutragen. Dazu hat sie eine ‚Friedenssäule‘
gestaltet, die sie den Blauen Rheydtern schenkte. Durch Ihren
Vortrag, der viel Beifall ergab, wurde sie zum Mönchengladbacher
Friedensmusikfest eingeladen und wird dort auftreten. Wolfgang
Ruske gab anschließend ‚Ungereimtes‘ von sich, einerseits keine
gereimten Gedichte, aber kurze Texte aus seinem Leben. Dabei
knüpfte er an das Friedensgedicht von Märtha und das Gemälde von
Gregor Wosik vor dem Bahnhof an und kam dann zu eigenen
Erlebnissen in ungereimter Form.
Dies alles wurde mit musikalischen und
dichterischen Einlagen von Hotte Jungbluth begleitet. Wolfgang
Hamacher und sein Team, zu dem alle Blauen Rheydter entsprechend
ihrem Talent gehören und den Kunstfrühling organisiert haben,
hat sich sehr erfreut über den Zuspruch und die Reaktionen der
Besucher gezeigt: „gelungen“.
© Wolfgang Ruske

Entwurf: Wolfgang Hamacher
Beteiligte
Künstler und Künstlerinnen: Gabriela Drees-Holz, Sandra Giersch,
Wolfgang Hamacher, Hotte Jungbluth, Waltraud Knops, Daniela Löh,
Wolfgang Ruske, Inge Wagner, Gregor Wosik. Als Gäste:
Peter Jansen, „Stachel“ und die Jugendlichen aus dem
Workshop.
27.und 28. April im Kunstsignal im Bahnhof Geneicken,
Otto-Saffran-Straße 102, 41238 Mönchengladbach-Rheydt

Kinder und Jugendliche kamen ans
Schreiben!
Der Rheydter Kunstfrühling steht vor der Tür, den die
Künstlergruppe „Der Blaue Rheydter“ am 27. Und 28. April zum
dritten Mal organisiert. Da an diesem Wochenende Kunst mit
Literatur als Begleitprogramm dargestellt wird, boten die Blauen
Rheydter dieses Jahr Kindern und Jugendlichen zwei Workshops an,
in denen sie sich schriftstellerisch erproben konnten. Der
Workshop „Gedichte“ wurde von „Stachel“ (seinem Künstlernamen),
der Workshop „Erzählung“ von Wolfgang Ruske begleitet. Beide
Workshops fanden im Künstlerhaus Watelerstr. 2-4 statt. Die
Kinder und Jugendlichen können ihre Texte während des
Kunstfrühlings vortragen.

Fotos: Gregor Wosik
7. März 2024 Gründungsversammlung des
Vereins "Der Blaue Rheydter e.V." i.G.
15. Rheydter Kunsttage KI bedeutet
für die Blauen Rheydter "Künstlerische Intelligenz"
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„Du musst aber den Bericht dazu
schreiben“, sagte mir Karl-Heinz Habrich,
genannt Charly, der Fotograf des Lokalboten, den ich nur
wenige Tage zuvor persönlich kennen gelernt hatte. Aber es war
Sympathie auf den ersten Blick. Nun bin ich seit Jahrzehnten
geschult, sachlich zu informieren, aber die 15. Rheydter
Kunsttage hatten es gefühlsmäßig „in sich“. Inspiriert hat mich
dazu Inge Wagner, die anstelle der verhinderten
Kulturdezernentin der Stadt Mönchengladbach, die wie schon in
den Jahren zuvor Schirmherrin der Rheydter Kunsttage war, in
ihrer souveränen Eröffnungsrede, in der sie auch persönliche
Erlebnisse mit ihren Enkelkindern zum Thema der Kulturtage „Mit
und ohne – Künstlerische Intelligenz“ angesprochen hatte. Bevor
Inge Wagner auf die beteiligten Künstler und ihre Werke einging,
hatte der Singing Songwriter und Poet Horst Jungbluth, bekannt
unter dem Pseudonym „Hotte“, ein Lied zu Ehren des Mitglieds und
weltweit bekannten 3D-Malers Gregor Wosik angestimmt „Heile,
heile Gänsje“. Gregor Wosik war bei den Vorbereitungsarbeiten zu
den diesjährigen Rheydter Kunsttagen von der Leiter gestürzt und
hatte sich ein Handgelenk gebrochen und eine Platzwunde am Kopf
zugezogen. Dieses Lied von Margit Sponheimer hatte dann der
volle Saal zum zweiten Mal mitgesungen. Hotte zog auf allen
Kunsttagen mit seinen Gedichten und Liedern immer wieder das
Publikum an und erntete begeisterten Applaus.
Großen Beifall gab es auch bei
„Stachels“ (ein Pseudonym) vertonten und mit der Gitarre
begleiteten Texten, während Angelika Pasch mit ihrem
„Tischtheater“ die Besucher durch das von Wilhelm Hauff
adaptierte Märchen „Kalif Storch“ faszinierte. Selbst Mitglieder
des Ensembles vom Theater Niederrhein schauten gebannt zu. In
der oberen Etage des Bahnhofs waren Plakate aus den 15 Jahren
Rheydter Kunsttage zu sehen, aber man konnte auch Kamil
Schigalla bei der Arbeit eines künstlerischen Werks mit
Legosteinen zusehen. Seine Werke, die spielerisch anmuten, aber
eine hohe Konzentration und ein „künstlerisches Auge“ erfordern,
sind mittlerweile in der gesamten Bundesrepublik ausgestellt.
Und dann die Installation von Fabian Kieven,
der im Obergeschoss des Bahnhofs ein „Gesamtkunstwerk“
aus elektronischer Musik in Kombination mit wechselnden Bildern
auf einer Leinwand installiert hatte.
Bild und Ton repräsentierten eine Vielzahl von
Kontrasten, Ambivalenzen und Dualitäten, die uns tagtäglich
prägen: Licht und Schatten, Tag und Nacht, Ruhe und Sturm,
Freude und Leid, Ordnung und Chaos. Die Besucher fanden nur Lob
für seine Installation.
Große Dankbarkeit gebührt
vor allem den Organisatoren der Rheydter Kunsttage, allen voran
Wolfgang Hamacher, der „Mann für alle Probleme“, und den
Künstlern Waltraud Knops und Horst Jungbluth, die sich bereits
im Vorfeld sehr engagiert eingebracht haben, zusammen mit
außenstehenden Freunden der Blauen Rheydter.
Ohne des Eigenlobs
überschwänglich werden zu wollen, möchte ich doch noch
Kunstinteressierte, die eigens aus Münster gekommen waren,
zitieren: „Das haben wir in der Provinz nicht erwartet“ (pardon,
„Provinz“ ist nicht mein Ausdruck), und Künstlerkollegen aus
Düsseldorf und Krefeld, die ja sonst – man kennt es ja – sich
eher verhalten bei Werken anderer Künstler äußern, fanden die
Ausstellung „bemerkenswert“.
Wolfgang Ruske
2. Rheydter Kunstfrühling 2023
Begaben sich die
Blauen Rheydter auf illusionäres Terrain?
Das Thema „Illusion“ stand für den 2. Rheydter Kunstfrühling
im Mittelpunkt

Eröffnung durch die Schirmherrin
Kulturdezernentin Christiane Schüßler der Stadt Mönchengladbach
(Foto: Sandra Giersch)
Besucherrekord: Mehr als 600 Interessierte im Bahnhof Geneicken
Am zweiten Tag wurde die Strichliste der
Besucher eingestellt. So viele Besucher waren seit langem nicht
gekommen, um Kunst zum Thema „Illusion“ anzusehen. Aber auch das
Begleitprogramm, das jetzt und in Zukunft den Rheydter
Kunstfrühling bereichern wird, scheint die Besucher angelockt zu
haben: Literatur sozusagen „zum Anfassen“. Lesungen der
Schriftsteller und Schriftstellerinnen Magdlen Gerhards, Josée
Hümpel-Langen, Henning Höllein („Stachel“), Isabelle von Linden
und Horst Jungbluth („Hotte“) fanden begeisterte Zuhörer,
begleitet von den Singing Songwriter Daniel Michels und Hotte.
Junge Autoren und Autorinnen, die jetzt erst einmal die
Veranstaltung ansehen wollten, haben sich bereits für den
nächsten Rheydter Kunstfrühling angemeldet. Das ist es, was die
Blauen Rheydter fördern wollen – jungen Talenten ein Podium zu
geben. Die Kunstausstellung selbst fand höchstes Lob – nicht nur
vom heimischen Publikum, sondern auch von renommierten Künstlern
aus der benachbarten Kunsthochburg Düsseldorf. Sandra Giersch
und Wolfgang Hamacher präsentierten Fotos und Fotocollagen im
Großformat, Waltraud Knops hintergründige Installationen zum
Thema Krieg, Vertreibung und Elend sowie ein großformatiges
Wandrelief als Illusion, Daniela Löh, Gregor Wosik und Kamil
Schigalla, der Lego-Künstler, hatten einen Dunkelraum in ein
Kabinett der Illusionen verwandelt. Gregors gerahmte weiße
Leinwände erstrahlten durch Schwarzlicht zu dreidimensionalen
Bildern, Daniela Löh's Bilder waren "multi-illusionär" - bei
Tageslicht wirkten sie anders als bei Schwarzlicht, und wenn man
dann die 3-D-Brille aufsetzte, war man buchstäblich in
einer anderen Dimension. Mehr "Illusion" kann man in der Malerei
kaum umsetzen. Martina Dudziak hatte das Thema „Illusion“
in abstrakten Gemälden ausgedrückt, Wolfgang Ruske in einer
Installation, bei der die Zeit, die Vergangenheit und Gegenwart
sowie die Illusionsfabrik Hollywood eine Rolle spielt. Isabelle
von Linden hatte Studien und Horst Jungbluth Zeichnungen
eingebracht, die das diesjährige Thema bereicherten. Gabriela
Drees-Holz „bespielte“ den Wintergarten des Bahnhofs mit einer
Schmetterlings-Installation – Schmetterlinge als Symbol der
Transformation, von der Raupe über die Puppe zum Schmetterling,
der Wandlung ins Licht.
Eröffnet wurde der Rheydter Kunstfrühling
am Samstag, 22. April, von der Mönchengladbacher
Kulturdezernentin Christiane Schüßler, die als Schirmherrin
ihre Freude über das Engagement der Blauen Rheydter zur
Bereicherung der Kultur in Mönchengladbach zum Ausdruck brachte.
Und aus philosophischer Sicht hatte Inge Wagner das Thema
„Illusion“ beleuchtet.
(Fotos
Wolfgang Hamacher)



Auch junge Künstler...

Gedächtnis-Ausstellung unserer verstorbenen Mitglieder Ursula
Breuer-Kieven und Rainer Käsmacher
Beteiligte Künstler: Ursula
Breuer-Kieven +, Gabriela Drees-Holz, Martina Dudziak, Magdlen
Gerhards, Sandra Giersch, Wolfgang Hamacher, Henning Höllein
("Stachel"), Josée Hümpel-Langen, Horst Jungbluth ("Hotte"),
Rainer Käsmacher +, Waltraud Knops, Isabelle von Linden, Daniela
Löh, Daniel Michels, Wolfgang Ruske, Kamil Schigalla, Inge
Wagner, Gregor Wosik
Gefördert von:

Kunst im Rathaus
Ausstellung der Künstlerin Yolanda
Encabo und der Künstler Klaus Schmitt und Martin Lersch.
Eröffnung Samstag, 29. April 2023, 11-13 Uhr Rathaus Abtei,
Rathausplatz 1, 41061 Mönchengladbach
Liedberg im Schmetterlings- und
Kunsttaumel
Goldrettungsnest der Arche Noah des 21.
Jahrhunderts

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Die
Künstlerin Gabriela Drees-Holz hat letztes Jahr bereits dreimal
ein „Goldenes Rettungsnest“ aufgebaut, u.a. hat sie im Kölner
Rheinauhafen das Kunstboot komplett in Goldene Rettungsdecken
gehüllt und im Rettungsnest dieser „Arche Noah“ Unmengen an
gehäkelten Blumen „gerettet“. Es gab auch eine kleine
Begleitausstellung mit getapten Adam und Eva, die ja
selbstverschuldet nicht in das Paradies, bzw. das Rettungsnest
hineindurften, und ein paar ihrer beeindruckenden
Aluminium-Kaffee-Kapsel-Arbeiten.
Nun wird sie sozusagen die Fortführung -
etliche „Nummern größer“- aufbauen. Vor 6 Monaten hat sie
weltweit einen Aufruf publik gemacht, und angeboten, sich an
diesem Projekt mit gehäkelten Schmetterlingen zu beteiligen.
Inzwischen meldete sie mir begeistert, dass sie das gesteckte
Ziel von 2000 Schmetterlingen tatsächlich erreicht hat. Die
meisten sind im Raum Korschenbroich, Neuss, Düsseldorf, Köln,
Mönchengladbach gehäkelt worden, aber auch deutschlandweit
(München, Wermelskirchen, Herdecke, Meschede, Ostsee, Harz,
etc.) und auch aus Holland, Ungarn, Spanien, Venezuela, USA, und
aus Neuseeland ist kamen Schmetterlinge angeflogen.
Sie wird wieder ein 3x3m großes goldenes
Rettungsnest (bestehend aus originalen Rettungsdecken) aufbauen,
in das zunächst eine weiße gehäkelte Blumenpracht gehängt wird.
In die Blumen werden mehr als 300 Schmetterlings-“ketten“
gehängt, die einen „Schmetterlingswald“ bilden. Der Besucher
wird zu einem „Fest der Sinne“ eingeladen: er kann den
Schmetterlingswald durchschreiten, die Farbenpracht genießen,
die Schmetterlinge berühren, die Blumen werden einen betörenden
Duft verströmen, die Rettungsdecken rauschen leise, ebenso der
umgebende Liedberger Wald, das Vogelgezwitscher setzt der
„Klangkulisse“ die Krone auf. Und das ganze vor der
atemberaubenden Kulisse des Liedberger Schlosses.
Partizipation wird aber auch noch auf
anderen Ebenen „großgeschrieben“: Es stellen 13 Künstler, 7
deutsche und 6 internationale, themenbezogene Arbeiten aus,
darunter die großformatige Lichtinstallation der
neuseeländischen Künstlerin Karen Sewell. Außerdem beteiligt
sich die gesamte Liedberger Grundschule mit einem
Schuh-parcours: jedes Kind wird ein paar geweißelte Kinderschuhe
zum Thema gestalten. Die Liedberger KiTa gestaltet die
lebensgroße Stoffpuppe „Oskar“. Selbstverständlich sind die
Aktionen in umweltorientierte Unterrichtsreihen eingebettet.
Ein weiteres Highlight ist der in Ungarn ebenfalls partizipativ
entstandene 5x3m große gefilzte „Friedensteppich“, der in
Liedberg zum ersten Mal der Öffentlichkeit präsentiert wird,
bevor er seine Wanderausstellung durch Europa antritt. Und
last but not least wird Chor und Orchester des Gymnasium
Korschenbroich für den musikalischen Rahmen sorgen, u.a. mit
„Imagine“ und „Heal the world“, dabei werden die Besucher
gebeten, mitzusingen.
Dem Titel „Liedberg im
Schmetterlings-Taumel“ wird auch ganz Liedberg gerecht: in jedem
Fenster werden Schmetterlinge zu sehen sein, und große
fröhlich-bunte Pappschmetterlinge werden die Straßen säumen –
befestigt an Bäumen, Regenrinnen, Laternen.
Inhaltlich zielt das Projekt auf den
Appell: Lasst uns die Umwelt bewahren, lasst sie uns genießen.
Es wird kein „Zeigefinder“ erhoben, sondern ein Loblied
angestimmt. Das erläutert eine junge Pfarrerin. Bürgermeister
Mark Venten und Kulturamtsleiterin Michaele Messmann sind als
Ehrengäste geladen.
Haagweg 1, 41352 Korschenbroich-Liedberg
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Rückblick:
Der "heiße" Herbst der Blauen Rheydter 2022
Begonnen hatte dieser Kunstherbst mit einer Lichtperformance der
Mönchengladbacher Künstlerin Christiane Behr, an der die Blauen
Rheydter aktiv beteiligt waren. Die Videos und Fotos wurden bei
weiteren Ausstellungen und Aktionen der Blauen Rheydter
eingesetzt.

Foto: Wolfgang Hamacher
Im Rahmen der städtischen Kulturnacht „die Pulsive“ am ersten
September-Wochenende im
KUNSTSIGNAL im Bahnhof Geneicken haben sich die Blauen
Rheydter beteiligt. Neben zwei Kunst-Ausstellungen zu den Themen
„Blau“ und „Licht“ im Kunstbahnhof war Georges Burki vom
Kunstsignal e.V. mit zwei weiteren Musikern aus der Schweiz nach
Rheydt gekommen, um bis 22 Uhr zusammen mit Mönchengladbacher
Jazzern eine Jam-Session zu veranstalten. Georges Burki hat
klassische Violine studiert, war aber mit einer elektronischen
Geige da, daneben Bass, Schlagzeug, Saxophon, Gitarre,
Querflöte, Mundharmonika und Gesang. Die Besucher waren total
begeistert. Und ab 22:30 Uhr hat Georges Burki zusammen mit dem
international bekannten DJ Pascal Bauer die Lichtperformance der
Mönchengladbacher Künstlerin Christiane Behr „Light meets
Techno“
begleitet. Auch das war sensationell, wie die Besucher fanden.
 Foto:
Sandra Giersch
Bereits eine Woche später – vom 09.-11. September 2022 - fanden
die 14. Rheydter Kunsttage statt, veranstaltet von der
Künstlergruppe Der Blaue Rheydter. Schirmherrin war die
Kulturdezernentin der Stadt Mönchengladbach, Christiane
Schüßler. Sie hat die Rheydter Kunsttage während der Vernissage
am Freitag, dem 09. September, im
KUNSTSIGNAL
im Bahnhof Geneicken offiziell eröffnet. Die Rheydter Kunsttage
werden vom Kulturbüro der Stadt gefördert.

Fotos: Sandra Giersch
Thema in diesem Jahr war die Fragestellung „Warum?“. Nach der
Eröffnung befasste sich eine Performance der Blauen Rheydter
zusammen mit der Gastkünstlerin Isabelle von Linden mit dieser
Fragestellung und danach hatte Inge Wagner das Thema aus
philosophischer Sicht betrachtet. Im Obergeschoss war wieder die
Sonderausstellung des Kunstprojekts „Licht“ zu sehen.
Gefördert vom
Am Samstag, 10.09., und Sonntag, 11.09. war die Ausstellung von
12:00 bis 18:00 Uhr geöffnet. Am Samstag um 16 Uhr trat das
Frauen-Duo „EigenArt“ auf, am Sonntag gab es um 15:00 Uhr eine
Lesung des Musikers und Schriftstellers Jochen Oberlack aus
seinem noch unveröffentlichten Buch „Die Rockidylle“ über die
Rockszene am Niederrhein in den 1970er Jahren - mit
musikalischer Begleitung des Bluesmusikers Steve Catran. An
beiden Tagen hatte auch der Singer-Songwriter Daniel Michels
Auftritte.

Fotos: Sandra Giersch
Wieder eine Woche später, am 17. Und 18. September waren die
Blauen Rheydter Teil des „parc/ours“ der Stadt Mönchengladbach –
offene Ateliers und Kunstorte. Das Thema der Ausstellung war
„Werkschau“ – das bedeutete, dass an allen drei Terminen im
KUNSTSIGNAL
im Bahnhof Geneicken jeweils eine andere Ausstellung zu sehen
war. Was jedoch blieb, war die Sonderausstellung „Licht“ im
Obergeschoss. Am Samstag um 17 Uhr fand im Bahnhof parallel zu
parc/ours im Rahmen der Reihe „Weltklassik am Klavier“ das
Konzert „Träumerei, Kinderszenen und ein Sommernachtstraum“ der
international bekannten Pianistin Yu Mi Lee mit Werken von
Mozart, Schubert, Mendelssohn-Bartholdy, Schumann, Chaminade und
Chopin statt.
Am Sonntag erfreute Harry Meschke mit seinen Improvisationen an
den Hangs die Besucher.

Foto: Sandra Giersch
Soweit die Veranstaltungen im
KUNSTSIGNAL im
Bahnhof Geneicken (Otto-Saffran-Straße 102, 41238
Mönchengladbach-Rheydt). Darüber hinaus wurden die Blauen
Rheydter eingeladen, sich an dem länderübergreifenden
„kunststroom“ der Städte Roerdalen und Wassenberg am 01. und 02.
Oktober zu beteiligen. Die Stadt Wassenberg stellte der
Künstlergruppe den Bergfried mit seinen drei Etagen zur
Verfügung. Hier wurden unter dem Motto „grenzenlos“ Bilder,
Skulpturen und Installationen gezeigt.
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Foto: Sandra Giersch
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